Anorexia nervosa ( Magersucht)

Anorexia nervosa ( Magersucht)

Die Magersucht ist vor allem wegen der extremen Abmagerungszustände mit den damit verbundenen medizinischen Komplikationen gefährlich. Sie beginnt häufig nach einer Diät.

Über die Konzentration auf Essen und Gewicht erleben viele Betroffene wieder eine Kontrolle über ihr Fühlen und Handeln. So erlangen sie scheinbar ein Gefühl der Autonomie und das Selbstwerterleben ist zumindest kurzfristig stabilisiert.

Die Anorexie ist diagnostisch gekennzeichnet durch:

  • Deutliche Abnahme von Körpergewicht (15 bis 20%) innerhalb einer kurzen Zeit (3-4 Monaten)
  • Der Gewichtsverlust wird absichtlich herbeigeführt, z.B. durch: Hungern, Vermeiden kalorienreicher Nahrung, übertriebenen Bewegungsdrang, Erbrechen oder Verwenden von Abführmitteln
  • Ständige gedankliche Beschäftigung mit Figur, Ernährung, Kalorien usw.
  • Selbstwahrnehmung als zu dick bei geringem Körpergewicht (Körperschemastörung)
  • Ausgeprägte Angst dick zu werden und fehlende Krankheitseinsicht
  • Festlegen einer zu niedrigen Gewichtsschwelle
  • Hormonelle Störungen: Amenorrhoe (Ausbleiben der Menstruation),
  • Potenzverlust
  • Viele Betroffenen kochen gerne für andere, setzen sich Kälte aus, tragen freiwillig schwere Taschen um Kalorien zu verbrauchen oder führen eine
  • spartanische Lebensweise. Besonders auffällig ist meist das ritualisierte Essverhalten und das Verschwindenlassen von Essen.

Folgen der Anorexie:

Seelische Folgen:

z.B. Depression, starkes Kontrollbedürfnis, Perfektionismus und extreme Kontrolle, Geiz, Vermeidung lustbetonter Tätigkeiten

Soziale Folgen:

z.B. Rückzug, Abbruch von Freundschaften, keine Verabredungen

Körperliche Folgen:

z.B. Probleme mit dem Stoffwechsel, niedriger Puls, Blutdruck und Körpertemperatur, Müdigkeit, Frieren, Verstopfung, trockene Haut und brüchige Haare, Ausbleiben der Menstruation, vermehrte Körperbehaarung, Abnahme der Knochendichte (Osteoporose), Herzprobleme und erhöhtes Sterblichkeitsrisiko